Aquatische Körperarbeit - Verband Deutschland

Sehr umfassend und zutreffend beschreibt das Institut für Aquatische Körperarbeit (IAKA) Wesen und Wirkung von WATSU und WATA – nachfolgend zitiert. Das IAKA ist das älteste Institut in Deutschland zur Ausbildung in WATSU und WATA. Diese fundierte Ausbildung umfasst 3-5 Jahre intensiver Fortbildungen im
medizinischen und therapeutischen Bereich.

Aus dem Aspekt des Zen heraus gibt es einen wundervollen Artikel von Alexander Georgeakopoulos, verständnisvoll übersetzt von Angela de Haan: „Das Zen des Watsu“, zu finden unter Aquatic Writings. Seine Beschreibungen und Gedanken haben meinen persönlichen Stil besonders inspiriert.

Auszug aus der Homepage des IAKA (Institut für Aquatische Körperarbeit):

WATSU ist eine sehr wirksame und vielseitig anwendbare Körpertherapie, die seit 1980 aus dem Zen-Shiatsu entwickelt wurde und die heilenden und unterstützenden Qualitäten des warmen Wassers (35°C) nutzbar macht.

WATSU entspannt und befreit den Bewegungsapparat auf erstaunlich leichte und nachhaltige Weise. Es löst Blockaden und Verspannungen auf körperlicher, emotionaler und psychischer Ebene. Durch sanftes, sachgerechtes Dehnen, Drehen und Strecken, Meridian-Behandlung sowie Mobilisieren aller Gelenke wird die Entspannung der Muskeln gefördert und die Organe werden reflektorisch gestärkt. Die Beweglichkeit wird verbessert und der Bewegungsradius erweitert.
Die Wirbelsäule , im Wasser vom Körpergewicht entlastet, kann in einer Weise bewegt werden, wie es an Land nicht möglich wäre. Rhythmische, harmonisch fließende Bewegungen bringen dem Körperbewusstsein neue Impulse und laden ein, alte Bewegungsmuster loszulassen. Die Atmung vertieft sich und der vollständige Atemrhythmus wird reaktiviert. WasserShiatsu harmonisiert den Fluss der Lebensenergie (Chi). Ein gesteigertes Wohlbefinden und ein verbessertes Körperbewusstsein sind die natürlichen Folgen. Die Bewegungen des Praktizierenden sind dem Tai Chi ähnlich: tänzerisch wird der/die Klientin bewegt, wobei Spiralen, Bogen-, Pendel-, Wellen- und Kreisbewegungen initiiert werden.

WATSU ist eine ganzheitliche Wassertherapie-Methode. Es nährt die Seele, lässt Urvertrauen wachsen und hilft mit Ängsten umgehen zu lernen. Im Wellness -Bereich findet WATSU eine immer größer werdende Bedeutung.
Ein wesentliches Prinzip des Zen gilt auch hier: Mit dem anderen SEIN, nicht etwas TUN.
Der Begründer der Methode, Harold Dull, leitet in Harbin Hot Springs (Kalifornien) die Schule für Shiatsu und Massage. Ein internationales Team von erfahrenen Fachleuten trägt bis heute gemeinsam zur stetigen Verfeinerung, Weiterentwicklung und weltweiten Verbreitung von WATSU bei.

WATSU - die neue Wassertherapie
von Mariella Floris, WATSU - und Massagelehrerin und Martin Dittes, Physiotherapeut
(aus: Physikalische Therapie 17, 8/96 + 9/96)

WATSU ist ein Kunstwort, das den meisten Lesern der "Physikalischen Therapie" hier und jetzt zum ersten Mal im Leben begegnet. Was damit bezeichnet wird, soll im Folgenden detailliert beschrieben werden.
Entwickelt hat das Wort ebenso wie die so bezeichnete Therapieform vor rund fünfzehn Jahren der US-Amerikaner Harold Dull. Er hatte mehrere Jahre in Japan die Techniken der Fingerdruckpunktmassage und Meridiandehnung des Shiatsu studiert und praktiziert, bevor er, nach Amerika zurückgekehrt, auf den Gedanken kam, diese Therapie in körperwarmem Wasser durchzuführen. Aus dieser Idee entstand auch das Wort Wat(er Shiat)su .
Der Therapeut bewegt den Patienten schwerelos in fließenden, schaukelnden, rollenden und kreisenden Rhythmen im körperwarmen Wasser. Er nutzt dieses therapeutisch optimale Medium Wasser unter anderem zur physiologischen Dehnung von Bändern und Muskeln in Komplexbewegungen. Gelenkentlastung, Muskelrelaxation, Dehnung von Halte- und Stützstrukturen. Wärme und therapeutische Zuwendung führen rasch zu physischer und psychischer Tiefenentspannung. Ihr ganzheitlicher Ansatz und die Wirkung dieser neuen Therapie prädestinieren sie zum Einsatz in der Orthopädie sowie der Neurologie, der Geriatrie und der Schmerztherapie ebenso wie in der Psychosomatik und der Geburtsvor- und –Nachbereitung.


Physikalische Eigenschaften des Wassers

Der normale Aufenthaltsort des Menschen ist - bei ständigem Bodenkontakt - die Luft. Begibt er sich ins Wasser, sind für jeden gesunden Menschen mehrere Veränderungen sofort spürbar. Zu allererst wird man die andere Temperaturwahrnehmung bemerken. Während man in der Luft Temperaturen zwischen + 20°C und + 25°C je nach Feuchtigkeitsgehalt als angenehm und körperneutral wahrnimmt, muss Wasser auf ca. + 34°C bis + 36°C erwärmt sein, um als körperneutral empfunden zu werden. Das liegt an der unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeit der beiden Medien. Die des Wassers ist ungefähr Fünfundzwanzigmahl größer als die Wärmeleitfähigkeit der Luft. Dazu kommt noch der im Wasser wesentlich stärker wirksame physikalische Effekt der Konvektion (Umschichtung des Mediums durch Temperaturdifferenzen innerhalb des Mediums). Beide Effekte (Wärmeleitfähigkeit und Konvektion) liegen unter anderem in der höheren Dichte des Mediums Wasser begründet.
Während - wie jeder weiß - ein Liter Wasser ein Kilogramm wiegt, sind es bei Luft 1000 Liter. Daraus ergibt sich, dass Wasser die tausendfache Dichte von Luft aufweist. Diese höhere Dichte des Wassers ist neben den oben erwähnten physikalischen Eigenschaften noch für drei weitere wesentliche Effekte verantwortlich, die sich auf den menschlichen Körper im Wasser auswirken, nämlich für den Auftrieb, den Druck und den Widerstand. Letzterer ist beim Eintauchen des Körpers ins Wasser sofort dadurch spürbar, dass jede Bewegung nur erheblich langsamer und/oder mit deutlich höherem Kraftaufwand durchgeführt werden kann.
Taucht der Mensch mit seinem ganzen Körper ins Wasser ein, so nimmt er die Wirkung des Auftriebs wahr, die das Schwimmen im Wasser ermöglicht. Der menschliche Körper besteht, je nach Alter, zu ca. 80 bis 60% aus Wasser. Nach dem archimedischen Prinzip verliert ein Gegenstand im Wasser soviel an Gewicht, wie die von ihm verdrängte Wassermenge wiegt. Weil auch die restlichen 20 bis 40% Körpermasse nicht wesentlich schwerer als Wasser sind, wird der menschliche Körper im Wasser nahezu schwerelos.
Solange wir uns an der Wasseroberfläche aufhalten und nicht in größere Tiefen abtauchen, können wir das Gewicht des Wassers kaum wahrnehmen, da es von allen Seiten quasi gleich stark auf unseren Körper einwirkt. Dennoch hat dieser hydrostatische Druck Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Insbesondere durch die Kompression des oberflächlichen venösen Systems der unteren und oberen Extremitäten kommt es zu einer Blutmengenverschiebung zum Körperstamm.


Physiologische Auswirkungen

Durch den Auftrieb wird dem menschlichen Körper im Wasser die Eigenschwere genommen. Was wir in der Schlingentischtherapie unter technisch recht erheblichem Aufwand an einzelnen Körperabschnitten in aller Regel für Bewegungen in einer Ebene (also in zwei Dimensionen) herstellen können, erreichen wir durch Eintauchen ins Wasser ganz ohne technischen Aufwand und bewahren uns dabei noch die volle Beweglichkeit aller Gelenke in allen drei Dimensionen!
Jeder Physiotherapeut, der am Schlingentisch ausgebildet ist, weiß die physiologischen und therapeutischen Vorteile dieses Gerätes zu schätzen. Um wie viel größer sind diese Vorteile, wenn man dabei die volle Bewegungsfreiheit behält!
Der hydrostatische Druck bewirkt eine Blutmengenverschiebung vom oberflächlichen peripheren venösen System zum Körperstamm. Dieser verstärkte Rückfluss venösen Blutes bewirkt seinerseits eine verstärkte Vordehnung der rechten Herzkammern und so ein höheres Schlagvolumen des Herzens.
Da die zu erbringende körperliche Leistung (des Patienten) während der Therapie sehr gering ist, führt das erhöhte Schlagvolumen zu einem deutlichen Absinken seiner Herzfrequenz. Dieser so genannte Tauchreflex, der bei Aktivitäten im Wasser zu einer besseren Pumpökonomie des Herzens führt, unterstützt in der WATSU Therapie auf physiologische Weise ideal die Tiefenentspannung.
Da wir uns beim WATSU mit unseren Patienten im körperwarmen Wasser (ca. 34/35°C) bewegen, spielt die höhere Wärmeleitfähigkeit und bessere Konvektion des Wassers hier physiologisch faktisch keine Rolle. Der Körper hat so gut wie keine Temperaturregulationsleistung zu erbringen. Die Wassertemperatur liegt nur geringfügig höher als die Oberflächentemperatur des Körpers, und so kommt es nur peripher zu einer leichten Kapillardilatation. Diese reicht aber aus, um im Zusammenspiel mit den Wirkungen des hydrostatischen Drucks reflektorisch eine allgemeine Muskeltonussenkung herbeizuführen.
Das Sanskrit-Wort „Atma", das der Wortstamm für unser deutsches Wort "Atem" ist, bedeutet "göttliches Selbst".(1) Im gleichen Sinn wird nach der biblischen Schöpfungsgeschichte der Mensch erst durch das Einhauchen des göttlichen Odems zum Leben erweckt. Beides weist uns auf die zentrale Bedeutung des Atems für alle Lebensvorgänge hin.
Jeder in der Psychosomatik oder der Geriatrie erfahrene Physiotherapeut weiß heute ebenso gut wie jeder Rückenschullehrer und auch jeder körperorientierte Psychotherapeut um die Wichtigkeit einer integrierten oder begleitenden Atemtherapie bei jeglicher Reha-Maßnahme. Ja, jeder Leser dieses Beitrags kann es vermutlich an sich selbst überprüfen, wie sehr unser "zivilisiertes Leben" dazu angetan ist, mit seinen täglichen physischen und psychischen Belastungen unseren freien Atem einzuschränken. Ausdrucksweisen wie "das verschlägt einem den Atem", "da bleibt einem die Luft weg" aber auch "das lässt mich aufatmen“ sind sprachliche Beweise für die Erkenntnis, dass Psyche und Atem (Physis) ganz eng zusammenhängen.
Ebenso gehen beispielsweise Haltungsschäden aller Art - nicht nur im BWS-Bereich fast ausnahmslos mit mehr oder weniger ausgeprägten Atemblockaden einher. (2) Dies gilt in gleicher Weise für alle akuten und chronischen Schmerzen.
Wilhelm Reich sprach als erster von dem Muskelpanzer, den wir bei andauernder psychischer Be- und Überbelastung aufbauen. Dieser ist nichts anderes als ein chronisch erhöhter und willentlich nicht mehr kontrollierbarer Muskeltonus, nicht nur der Quergestreiften Muskulatur. Der oben beschriebene Tauchreflex bewirkt über die Senkung der Pulsfrequenz und einer allgemeinen Verlangsamung von Stoffwechselvorgängen auch eine Reduzierung der Atemzüge pro Minute.
In Verbindung mit der reflektorischen generellen Senkung des Muskeltonus trägt er so auch auf Ebenen, wo Psyche und Physis nicht mehr voneinander zu trennen sind, höchst wirksam zur raschen Tiefenentspannung des WATSU - Patienten bei. Dessen Atemzüge werden ruhiger, tiefer und gleichmäßiger.


Psychologische Aspekte von Wassertherapie

"Der Ursprung allen Lebens auf unserem Planeten liegt im Wasser. Zwei Drittel der Erdoberfläche und ungefähr 70% des menschlichen Körpers bestehen aus diesem Element. Die stammesgeschichtliche Entwicklung des Lebens führt vom Wasser aufs Land, vom Einzeller über Wirbellose, Fische und Reptilien bis zu den Säugetieren und Primaten. Jeder Mensch legt in seiner eigenen Entwicklung vom Fötus zum Erwachsenen diesen Weg nochmals zurück und wiederholt so gewissermaßen in seiner individuellen Entwicklung die Entwicklung auf der Erde". (3)
Diese tiefe Erfahrung des Aus-dem-Wasser-Kommens, die jeder Mensch in sich trägt, birgt die Erklärung dafür, warum wir uns zum Wasser so hingezogen fühlen und wir Wasser - richtig temperiert wie das Fruchtwasser im Mutterleib, in dem jeder von uns so schwerelos und wohlbehütet war - als so überaus wohltuend empfinden.
Andererseits kennen wir alle auch die Urangst vor dem Wasser. Diese Angst vor dem Unendlichen, Formlosen, vor dem In-die-Tiefe-Gezogen- und Verschlungen-Werden. "Selbst Wüstentiere können panische Angst vor dem nassen Element zeigen, obwohl sie Wasser in nennenswerten Mengen aus eigener Erfahrung gar nicht kennen" (4).
Die Angst vor dem Wasser hat für den modernen Menschen ihre reale Bedeutung weitgehend verloren." (5) Dennoch ist sie noch häufig anzutreffen und muss durch eine entsprechende einfühlsame Vorbereitung des Patienten auf diese noch weithin unbekannte Therapie durch den WATSU - Therapeuten zumindest soweit abgebaut werden, dass die positiven Erfahrungen in der Behandlung ein Überwinden dieser Urangst möglich machen. "Erfahrungen haben gezeigt,... dass sich die Ur-Angst zu einem Urvertrauen wandeln kann. Neugeborene, die nach der Geburt mit dem Wasser vertraut bleiben, fallen durch überdurchschnittlich gute Bewegungskoordination, psycho-emotionelle Ausgeglichenheit und gesundes Selbstvertrauen auf. Auch uns Erwachsenen steht dieser Weg (durch die Wassertherapien) offen." (6)
Spätestens seit der Entwicklung der Humanistischen Psychologie, den Arbeiten Gerda Boyesens und der "Renaissance" Wilhelm Reichs sollte die Einsicht, dass die Aufteilung des Menschen in Körper, Geist und Seele eine rein künstliche ist zum Zwecke der wissenschaftlichen Operabilität auch für uns Physiotherapeuten zum Allgemeingut gehören.
Bisher ist den Verfassern keine andere therapeutische Methode bekannt geworden, welche die Erkenntnis der untrennbaren Einheit des Menschen in so wunderbarer Weise offensichtlich und erfahrbar macht wie WATSU.
Dem einfühlsamen WATSU - Therapeuten gelingt es rasch, ein Vertrauensverhältnis zum Patienten herzustellen. Dann ist es dem Patienten auch möglich, seine allgegenwärtige Zeit- und Raumkontrolle weitgehend - im Idealfall vollständig - aufzugeben und sich total den sicheren Händen seines Therapeuten anzuvertrauen, längst verlorengegangene Nähe wieder zuzulassen.
"Durch die... im wahrsten Sinn des Wortes gegebene Be-Handlung gewinnt der Patient das Gefühl der menschlichen Zuwendung, das in unserer hochtechnisierten und oft unpersönlich gewordenen Medizin für den Heilungsprozess wichtiger denn je ist." (7) Was Hentschel hauptsächlich auf die klassische Massage bezieht, trifft in noch höherem Maße auf die WATSU-Therapie zu. "Entscheidend für den therapeutischen Erfolg ist die Qualität der Bewegungsführung." (8) Aber die "Möglichkeiten des WATSU werden jedenfalls nicht ausgeschöpft, wenn man sich nur auf den körperlichen Prozess beschränkt." (9) "Die Wirkungen dieses Wiedererlebens von Bewegung im Element Wasser reichen jedoch in die tiefsten Schichten unseres Unterbewusstseins." (10) "Die Methode ist sehr einfach, verlangt aber kompetente Anleitung und Ausführung." (11)


Kontraindikationen und Indikationen für WATSU

WATSU ist im Rahmen der physikalischen Therapie eine Sonderform der hydrotherapeutischen Anwendungen. Dementsprechend gelten hier grundsätzlich die gleichen Kontraindikationen, die generell für jede Form der Hydrotherapie Geltung haben. Diese dürfen beim Leser als allgemein bekannt vorausgesetzt werden. Herz-/Kreislauferkrankungen stellen, wie aus den Darlegungen im ersten Teil abzuleiten ist, im allgemeinen keine Kontraindikation dar. Lediglich in extrem schweren Fällen ist ein Abklären der individuellen Risikolage mit einem einschlägig qualifizierten Arzt anzuraten.
Bei Asthma-Kranken ist Vorsicht geboten, da manchem Patienten die im Raum herrschende feuchtwarme Luft Probleme bereiten könnte.
Encephalomyelitis disseminata (MS) stellt nur für diejenigen Patienten eine Kontraindikation dar, die sich in einer Phase des Krankheitsverlaufs befinden, die Wärmeanwendungen verbietet.
Da sich der WATSU-Therapeut schneller als bei anderen physikalischen Anwendungen einer Situation gegenübersehen kann, in der psycho-emotionale Momente in den Vordergrund rücken, ist die umfassende und gründliche Schulung und Ausbildung unabdingbare Voraussetzung für das Arbeiten mit Patienten.
Ein "Therapeut", der nur rein mechanisch die Grifftechniken des WATSU erlernt hat, stellt als Person die an erster Stelle zu nennende Kontraindikation dar!
Neben orthopädischen und neurologischen Patienten steht das weite Feld der psychosomatischen Erkrankungen ganz weit oben auf der Indikationsliste. Aber auch in der klinischen Schmerztherapie, der Geriatrie sowie der Geburtsvor- und -nachbereitung stellt WATSU eine enorme Bereicherung der Therapiemöglichkeiten dar. In der Psychiatrie findet der WATSU -Therapeut vom Suchtbereich bis hin zum autistischen Patienten ein breites Spektrum an Betätigungsmöglichkeiten vor. [...]
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(1) Der große Brockhaus, Wiesbaden, 1967
(2) Zauner, R. und Göb, A.: Sprechstunde Rückenschmerzen, S. 62 ff., München/ Gütersloh/ Wien, 1977
(3) Schröter, A. P. und Schneider, S. W.: Alles Leben ist im Wasser zu Hause.
In: Die neuen Wassertherapien, Connection-Special 23, IV/94, Niedertaufkirchen
(4) Larsen, C.: Zurück ins Wasser. In: Connection 11/92, S. 53 ff., Niedertaufkirchen
(5) Larsen, C.: ebenda, (6) Larsen, C.: ebenda, S. 55
(7) Hentschel, H.D.: Bei welchen Erkrankungen sind Massagen medizinisch erforderlich?
In: Physikalische Therapie 16, 06/95, Hamburg
(8) Larsen, C.: a. a. O., S. 54
(9) Bleser, B.: In: Die neuen Wassertherapien, a. a. O., S. 90
(10) Larsen, C.: a. a. O., S. 55, (11) Larsen, C.: ebenda, S. 54


WATA


(WasserTanzen) ist die dynamische, tänzerische Form der Aquatischen Körperarbeit über und unter Wasser. Sie wurde 1987 von Diplom. Psychologe FSP. Peter A. Schröter und Arjana Claudia Brunschwiler entwickelt und seither kontinuierlich verfeinert.
WasserTanzen ist eine Fortgeschrittenentechnik in Therapie und Wellness für Praktizierende, die sich bereits mit WasserShiatsu (WATSU) vertraut gemacht haben.
WATA wird wie WATSU in körperwarmem Wasser (35°C) ausgeführt. Beim WasserTanzen werden die KlientInnen, versehen mit einer Nasenklemme, auch unter Wasser in die schwerelose Dreidimensionalität geführt. Dieser Schritt erfordert von den Praktizierenden neben einem Basisverständnis für Aquatische Körperarbeit auch ein intuitives Gespür für den Atemrhythmus des Klienten, um diesen beim Loslassen und der daraus folgenden tiefen Entspannung zu unterstützen.
Die fließenden Bewegungen des WasserTanzen erinnern an das klassische Ballett, an Aikido, schwimmende Delphine und manchmal an das Schweben eines Fötus im Mutterleib. Immer wieder klingt in dieser Wassertherapie ein tänzerisches und spielerisches Element an. Die sieben Grundbewegungsformen sind "Schlange", "Aikido", "Rolle", "Purzelbaum", "Inversion", "Freilassen" und "Umfangen". Der Körper wird dabei in einer wellenförmigen Bewegung geführt, wobei die Über- und Unterwassersequenzen sich rhythmisch und klientenbezogen abwechseln.
Durch Anwenden sanfter Dehnungstechniken werden die Hauptgelenke des Körpers befreit. Das Initiieren ursprünglicher Bewegungsabläufe löst allmählich alte Halte- und Bewegungsmuster auf; ein erster Schritt zu Wohlbefinden und Gesundheit.
Gefühle des Strömens und Pulsierens, der Freude und des Lebendigseins werden intensiv erlebt. Tiefste Entspannungszustände entstehen. Regressionen und Wiedererinnerung an alte Verletzungen sind Teil des tiefgehenden Prozesses. In diesem Sinne bietet WasserTanzen ein Instrument zur therapeutischen Begleitung. Es ist auch eine neue Form von Körper- und Energiearbeit, in der sich Spiel, Loslassen und Hingabe, Fluss und Harmonie, sowie Stille und Meditation vereinen.


Wie zwei spielende Delphine
von Peter Schröter

Das therapeutische Moment im WasserTanzen (WATA) besteht in gefühlter und zugelassener Nähe bzw. erlaubter und erfahrener Abgrenzung. Einfühlsame Begleitung erlauben Gefühle der Angst, Unsicherheit, Schutzlosigkeit, Scham aber auch Wut, Freude und Erregung in einem geschützten Rahmen sich zu entfalten und zu integrieren.
Im Folgenden soll etwas genauer ausgeführt werden, warum WATA ein wichtiges Instrument zur therapeutischen Behandlung als auch eine neue Form von Körper- und Energiearbeit darstellt.

1) Bis zu 50% unserer Körperenergie gehen im Stehen und Sitzen durch die Arbeit der Haltemuskulatur verloren (dies besonders bei einer unökonomischen, schlechten Haltung). Im Wasser wird diese Muskulatur nicht eingesetzt und kann sich speziell durch Anwenden von Massagen und Bewegungsabläufe - entspannen. Die dadurch freiwerdende Energie steht dann zur Verfügung und wird häufig empfunden als große Bewusstheit bei gleichzeitiger tiefer Körperentspannung.
2) Durch den Wechsel vom Erd- ins Wasserelement verlagert sich auch die Sinneswahrnehmung vom propriozeptiven Muskelsinn hin zum taktilen Haut- und Berührungssinn. Da der taktile Sinn entwicklungsgeschichtlich früher liegt, ist es möglich, dass es zu Regressionen kommt, aber auch alte Verletzungen und Traumen wieder aktiviert und integriert werden müssen.
3) Muskuläre Entspannung und Atemstopp befreien den Atem und verlängern den Atemzyklus. Der Atemstopp unter Wasser gelingt viel leichter als an der Luft, da hier der Tauch- und Inspirationsreflex ins Spiel kommt. Dieser verdeckte, aber noch vorhandene Reflex tritt bei der Benetzung des Gesichtes mit Wasser ein und verschließt beim Säugling automatisch den Nasen-/Rachenraum. Weiterhin werden die wichtigsten Stoffwechselprozesse im Körper herabgesetzt (Muskeltonus, Herz- und Atemfrequenz). Auch die bewusste kortikale Kontrolle (Atemanhalten als angstvolles Zusammenziehen) verliert sich.
4) Die beim WATA von außen induzierte Wellenbewegung mit dem sich entspannenden Körper öffnet den Strömungsreflex - von heftigsten Körperbewegungen bis zum feinsten Vibrieren. Diese Rückbindung an den tiefsten Wesenskern des Organismus ist häufig mit Gefühlen der Freude und Wonne verbunden.
5) Der Tanz zu zweit erfordert das Einnehmen und Annehmen gegenpoliger Rollen, die schließlich im Yin - Yang - Prinzip enden. Erst die wirkliche Übernahme der Verantwortung und das genaue Hinspüren für beispielsweise den Rhythmus des Auf- und Untertauchens erlaubt Hingabe. Die Erfahrung des wieder gefundenen Urvertrauens mündet manchmal in Eigenbewegungen, denen der Tänzer zu folgen hat: Schutz bietend bei größtmöglicher Freiheit des Bewegungsspielraumes. Hier kommt es dann zum "Rollentausch", sogar zur Aufhebung der Rollen: es entsteht "flow", zwei offene Systeme in Resonanz. Zwei spielende Delphine, die instinktiv Bewegungen vorausahnen; Führen und Geführt werden sind eins.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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